Neue Guidelines: Beleidigung & Diskriminierung

Hey JodlerInnen!

Heute stellen wir euch den zweiten Teil der überarbeiteten Guidelines für “Diskriminierung und Beleidigungen” vor. Den neuen Text der Guidelines findet ihr HIER, im Folgenden gibt es eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Änderungen und Erklärungen zu einigen Entscheidungen.

TL;DR: Sei freundlich und hilfsbereit, toleriere und respektiere andere Meinungen und verzichte auf Gerüchte, Beleidigungen und Diskriminierung.

Beleidigungen und Diskriminierungen gehören vermutlich zum mit Abstand schwierigsten Themenbereich jeglicher Guidelines, egal auf welcher Plattform. Vieles hängt von persönlichen Erfahrungen und Interpretationen ab. Sarkasmus und Humor sind oft in schriftlicher Form nur schwer zu verstehen. Außerdem entscheiden häufig einzelne Wörter darüber, ob ein Post im Kontext als freundlicher Spaß oder persönlicher Angriff verstanden wird. Wir werden daher niemals eine Regelfassung finden, mit der Jeder voll zufrieden ist (uns eingeschlossen). Einige Regeln müssen locker genug formuliert sein, damit wir alle Fälle damit abdecken, aber auch konkret genug, damit nicht jeder Post potentiell betroffen ist.

Damit wir einen möglichst großen Konsens finden, haben wir auch diesmal vorab in einer Stichprobenumfrage 3.000 zufällig ausgewählten Jodlern die Guidelines gezeigt. 95% fanden die neuen Guidelines für Beleidigungen & Diskriminierung mindestens gleich gut, knapp 50% besser im Vergleich zu den vorherigen Guidelines. Wir glauben also, dass wir einen guten Mittelweg gefunden haben.


Was ist neu?

Neben vielen Neuformulierungen und Präzisierungen gab es zwei größere Änderungen: Wir haben Bodyshaming explizit in die Guidelines aufgenommen - niemand soll auf Jodel aufgrund seines Äußeren diskriminiert werden. Dies zielt insbesondere auf unnötige Bad Vibes (“Iss mal mehr!”, “Bah, bist du fett!”) ab, die gezielt jemanden verletzen oder schlechte Stimmung machen wollen. Konstruktive Hinweise, die der Diskussion einen Mehrwert bieten, z.B. auf einen ungesunden Lebenswandel bleiben aber erlaubt, solange diese begründet werden und positiv zum Gesamtkontext beitragen.

Der zweite Punkt, der uns besonders wichtig war, betrifft Sarkasmus und Witze auf Jodel. Auch wenn die alten Guidelines nur einen kleinen Satz für herabwertenden Sarkasmus enthielten, wurde dieser oft als komplettes Verbot von Witzen und Sarkasmus ausgelegt. Daher war uns für den neuen Entwurf wichtig, dass wir klar definieren, wo für uns Humor aufhört und Diskriminierungen beginnen. Die Grenzen ziehen wir dort, wo Einzelnen oder Gruppen ihre Würde als Menschen abgesprochen wird oder der “Witz” nur darauf abzielt, Menschen gezielt herabzuwürdigen und/oder zu verletzen. Die genaue Definition findet ihr in den Guidelines.


Beleidigungen

Rund um Beleidigungen und Hate Speech sind uns drei Dinge besonders wichtig, die wir noch einmal klarer formuliert haben:
1. Wir verbieten konsequent Beleidigungen, Diffamierungen und Hate Speech gegen Jodler oder identifizierbare Privatpersonen. Das heißt “Mein Ex ist ein Idiot” ist in einem begründenden Kontext erlaubt, “@4 ist ein Arschloch!” nicht (selbst wenn @4 es vielleicht verdient hätte).

2. Personen des öffentlichen Interesses können für ihre Arbeit oder ihr Leben in der Öffentlichkeit kritisiert werden, solange dies nicht auf einer persönlichen Ebene passiert. Im entsprechenden Kontext des Jodels wäre also “Trump ist ein Idiot” erlaubt, “Jogi Löw, der Untermensch, sollte keine Kinder in die Welt setzen dürfen!” nicht.

3. Das Verbreiten von Gerüchten, insbesondere gegenüber (Möchtegern-)Prominenten, ist nicht erlaubt. Persönliche Erfahrungen (“Gestern war Promi XYZ bei mir im Restaurant und hat …”) sowie Artikel aus Magazinen oder Zeitungen sind natürlich weiterhin erlaubt, das neueste Gerücht auf der Facebook Seite des Nachbars eures Cousins hingegen nicht.


Diskriminierungen

Auf Jodel haben wir bunte Communities und leben eine tolerante Gesellschaft. #jodelBleibtBunt Das heißt, dass wir auch andere Meinungen tolerieren und in respektvollen Diskussionen inhaltlich über unterschiedliche Ansichten diskutieren. Das heißt, dass insbesondere im Kontext von 240 Zeichen eines Posts nicht jedes Wort auf die Goldwaage gelegt werden muss, um diesen absichtlich falsch zu verstehen. Das heißt aber auch, dass es klare Grenzen gegenüber Intoleranz, Diskriminierung, Rassismus oder Sexismus gibt.

Als Faustregel gilt: Je verallgemeinernder eine Aussage im negativen Kontext ist, desto wichtiger ist eine Angabe von Belegen.

Egal ob für Diskussionen oder Witze gilt jedoch immer: Die Würde des Menschen ist und bleibt unantastbar.


Die Würze einer Diskussion

In unserer Stichprobenumfrage zu dem Entwurf der Guidelines gab es außerdem eine Antwort, auf die wir hier explizit eingehen möchten. Diese lautete sinngemäß: “Ohne schroffen Umgangston fehlt in Diskussionen die Würze!”

Dem wollen wir klar widersprechen. In einer Diskussion, in der jeder versucht, lauter als der andere zu schreien, noch mehr zu verallgemeinern oder immer populistischer und polemischer werden, kann niemand gewinnen und es gibt nur Verlierer. Wer andere überzeugen will, macht das mit der Macht von Argumenten und toleriert und respektiert auch Gegenmeinungen.


Die oben verlinkten Guidelines gelten ab sofort, auch wenn sich manche Texte erst in den kommenden Tagen konsistent aktualisieren werden (ggf. erst nach einem App-Update). Hinterlasst uns gerne auch euer Feedback zu den Änderungen über den Hashtag #guidelines .

Wenn wir alle gemeinsam ein kleines bisschen mehr auf unseren Umgang miteinander achten, können wir Jodel, aber auch die restliche Welt, zu einem besseren Ort machen. 🧡

Manuel & das Jodel Team